G DATA Mobile Malware Report: Schädliche Android-Apps im Sekundentakt

G DATA CyberDefense AG

Auch in der Corona-Krise haben kriminelle Hacker Smartphones attackiert und versucht, Schadsoftware auf den Geräten zu installieren. Aktuelle Zahlen von G DATA CyberDefense zeigen, dass alle acht Sekunden eine neue Android-App veröffentlicht wird, die Schadsoftware enthält. Eine Masche dabei: Gefälschte Corona-Tracker. Aber verborgen hinter der praktischen Übersicht mit Infektionszahlen in Echtzeit laden sich Nutzer Adware oder im schlimmsten Fall sogar Ransomware auf ihr mobiles Gerät.

Mehr als zwei Millionen Android-Apps mit Malware und damit durchschnittlich mehr als 11.000 Apps pro Tag konnten die Mobile-Security-Spezialisten von G DATA in den ersten sechs Monaten des Jahres identifizieren. Auch bei mobiler Schadsoftware setzen Cyberkriminelle vermehrt auf sogenannte Dropper. Dahinter verbirgt sich eine Installations-Datei für eine Android-App. Erst im zweiten Schritt wird ein bösartiges „Android Package“ nachgeladen und installiert. So schützen Angreifer den Schadcode vor der Erkennung. Denn dieser ist in der Regel sehr aufwändig herzustellen und somit teuer. Ein weiterer Vorteil: Die schädlichen Apps lassen sich gezielt auf unterschiedliche Zielgruppen abstimmen, etwa als Spiel oder als App für Fotobearbeitung. Gerade Kinder sind hier besonders gefährdet, wie Sicherheitsexperten schon mehrfach gezeigt haben. Unter anderem war auch die mobile Fortnite-Version davon betroffen. Die Schad-Komponente bleibt gleich, nur die Hülle ändert sich. Verbreitet werden diese Apps ganz legal über App-Stores. Auch im Play Store von Google haben Sicherheitsexperten gefährliche Apps identifiziert, obwohl dieser oft als die sicherste Alternative gilt.

Billig und gefährlich

Weiterhin problematisch bleiben Billig-Smartphones. Denn die vermeintlichen Schnäppchen erfreuen sich bei bestimmten Zielgruppen wie Grundschulkindern oder der Großeltern-Generation als Einsteigergerät großer Beliebtheit. Das Problem daran: Immer wieder gelangen Smartphones in den Handel, auf denen bereits schädliche Apps vorinstalliert oder das Betriebssystem manipuliert wurde. Schon direkt nach der Inbetriebnahme führen sie ein Eigenleben: Sie installieren über Nacht Apps oder versenden SMS. Dabei ist es nicht immer der Hersteller, der Schadsoftware auf dem Smartphone installiert. Während des Versands oder beim Zwischenhändler nutzen Kriminelle die Gelegenheit, um die Geräte zu manipulieren. Das Problem: Die Malware ist häufig tief in die Firmware integriert. Diese zu entfernen ist aufwändig und komplex - ohne Fachwissen geht das nicht: Wer sich nicht zutraut, eine neue Firmware direkt vom Hersteller händisch auf das Gerät einzuspielen, sollte sich lieber ein neues Gerät kaufen. Das alte Gerät sollte man fachgerecht entsorgen und vorher zurücksetzen.

Ein sicheres Zeichen für ein Smartphone mit Malware ist ein hoher Akkuverbrauch. Denn im Hintergrund führen Kriminelle Aktionen aus, mit denen sie Geld verdienen. „Ein weiteres Kennzeichen ist etwa, dass sich die Banking-App nicht installieren lässt“, sagt Stefan Decker, Mobile Researcher bei G DATA CyberDefense. „Ein aktueller Virenscanner gehört zur Grundausstattung für jedes Handy. Er bewahrt die Nutzer vor unliebsamen Überraschungen durch schädliche Apps.“

Die Gefahren für Smartphones werden weiterhin zunehmen. Denn mobile Geräte sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken und übernehmen viele Funktionen in unserem Leben. Dabei vertrauen Nutzer den digitalen Helfern viele persönliche Daten an, die einen besonderen Schutz bedürfen. Ein besonnener Umgang mit den Daten gehört definitiv dazu sowie ein sorgfältiger Umgang mit den Passwörtern für die Apps auf dem Gerät.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Aktuellste news

IBM kauft den Terraform-Anbieter HashiCorp - Kommentar und Alternative OpenTofu

IBM kauft den Terraform-Anbieter HashiCorp - Kommentar und Alternative OpenTofu

Kommentar lesen: IBM hat den #Terraform-Anbieter #HashiCorp gekauft. …

Sommeraktion: Sparen Sie mit dem IBM Spectrum (Storage) Protect Trainings-Bundle bis zu 30%

Sommeraktion: Sparen Sie mit dem IBM Spectrum (Storage) Protect Trainings-Bundle bis zu 30%

Stärken Sie Ihr IT-Team für die Administration Ihrer IBM Storage Protect-Umgebung – und buchen Sie jetzt im rabattierten Sommer-Bundle mit unserem Promo-Code…

Industrie 4.0 – wie gelingt eine zeitgemäße Energieversorgung?

Industrie 4.0 – wie gelingt eine zeitgemäße Energieversorgung?

Smarte Technologien und Fortschritte in der Automatisierung haben längst den industriellen Mittelstand erreicht. Bei allen technischen Möglichkeiten und der Chance, betriebliche Prozesse zu beschleunigen, steigt der ökologische Anspruch. Neben Verbrauchern…

Aktuellste Interviews

Mit Leidenschaft und Liebe zum Detail

Interview mit Benjamin Lück, Geschäftsführer der TEUTOGUSS GmbH

Mit Leidenschaft und Liebe zum Detail

Gießereien spielen eine entscheidende Rolle in der industriellen Fertigung, indem flüssiges Metall in präzise Formen gegossen wird. Von Motorteilen in Fahrzeugen bis hin zu komplexen Maschinenteilen für die Luft- und…

Eine smarte Verbindung zwischen Truck und Trailer

Interview mit Joachim Dürr, CEO der JOST Werke SE

Eine smarte Verbindung zwischen Truck und Trailer

Der Kupplungsvorgang zwischen einem Zugfahrzeug oder einem landwirtschaftlichen Nutzfahrzeug und seinem jeweiligen Anhänger ist für die Fahrer im Allgemeinen ein lästiger und bisweilen gar gefährlicher Vorgang. Smarte Kupplungssysteme bis hin…

Für jeden Look die richtige Lösung

Interview mit Oliver Krehl, General Manager der BaByliss Deutschland GmbH

Für jeden Look die richtige Lösung

BaByliss wurde 1961 in Frankreich von zwei Starfriseuren gegründet, die damals den ersten elektrischen Lockenstab erfanden. Der Legende nach haben sie sich bei dem Markennamen von der französischen Schauspielerin Brigitte…

TOP